Archiv für Januar 2008

Nelson says

Dienstag, 29. Januar, 2008

Ich wollte nie Lehrer werden.

Ich wollte nie Lehrer werden. 

Ich wollte nie Lehrer werden.

Ich wollte nie Lehrer werden.

Ich wollte nie Lehrer werden.

Jetzt hospitiere ich schon den zweiten Tag am Goethe-Institut als Deutschlehrer und wenn alles gut läuft (welch Ironie), bin ichs bald… 

Nelson says: haaaaaaaa, haaaaa!

Bis denn.

Ein Monat rum

Samstag, 26. Januar, 2008

So, Zeit für ein kleines Update.

Vier Wochen sitz ich nun schon in dieser Sauna. Und das Thermometer wird in den nächsten Wochen noch ordentlich steigen. Was ist so passiert bislang?

Nun, der Schweiss läuft in gewohnten Bahnen, das Essen besteht zu 90 Prozent aus Reis und die Smog-Käseglocke wabert weiter über der Stadt.

Ob ich Bangcock mag, kann ich nach wie vor nicht sagen. Dazu muss ich hier wohl noch länger bleiben. Allerdings werden mir die Leute immer sympathischer. Denn ich habe feststellen dürfen, dass es zwei Kategorien von Thailändern gibt: Die, die Dir etwas verkaufen wollen und die anderen. Ich mag die anderen. Die sind allerdings schwer zu finden, denn als Farang bist Du eigentlich nur für die erste Kategorie interessant:

Man hat das Hotel noch gar nicht richtig verlassen, da ist man schon mindestens zweimal gefragt worden ob man ein Taxi möchte. Auf dem Weg zur Bushaltestelle (ca. 300m wohlgemerkt!) läuft man dann an 3 Massage-Salons vorrüber (Masaaaaasch Sir? Masaaaaaaaaaaaaaaaaaasch) und passiert nebenbei so um die 4 Tuk Tuk-Fahrer (Hello Sir, where you goin? Tuk Tuk? Only 20 Baht? I make special offer! Tuk Tuk? Where you goin? Where you goin? Tuk Tuk?). Hat man das erstmal mit stoischem Geradeaus-Blick und schnellem Gang bewältigt, trifft man an auf ein paar indische Schneider, die vor ihren Geschäften nach Kundschaft Ausschau halten (Hello Sir, you want Suit, special offer, want to come inside, I make good offer, jacket, shirt, good price sir, only for you!). Auch hier empfiehlt es sich ohne große Reaktion einfach weiterzulaufen. Zu guter Letzt muss man noch den Strassenverkäufern mit ihren gefälschten T-Shirts entgehen (was in meiner Strasse relativ einfach ist, denn die sind hier alle taubstumm und deswegen nur halb so aufdringlich…), dem einen oder anderen Restaurantbesitzer mit einem Kopfschütteln ein „Nein“ andeuten, dem einbeinigen Bettler und dem blinden Sänger schnell ein bisschen Kleingeld in die Becher schmeissen und schon sitzt man an der Bushaltestelle zwischen lauter Thailändern die einem zum ersten Mal an diesem Tag NICHTS, ABER AUCH WIRKLICH GAR NICHTS verkaufen wollen…

Ja, es gibt sie, die Asiaten, die Dir nix verkaufen wollen. Nur unter normalen Umständen kommt man mit Vertretern dieser Kategorie kaum in Kontakt. Hier half mir König Fussball. Mittlerweile spiele ich in zwei Mannschaften (einmal Futsal, einmal auf Rasen) zwei- bis dreimal die Woche und hab dadurch endlich nette Leute kennen gelernt, die mir nichts verkaufen wollen. Viele davon wohnen in meinem Viertel und so passiert es mir ab und zu sogar, dass ich auf der Strasse nicht wegen einem Verkaufsgespräch angelabert werde sondern weil man mich kennt und wissen möchte wie es mir geht. Somit fühle ich mich hier immer wohler.

Ansonsten ist nicht allzuviel passiert. Man sucht nach Arbeit, hat das eine oder andere möglicherweise in Aussicht, liest Bücher, isst und schläft viel. Alles ohne Zigaretten, bin sehr stolz auf mich.

Leires Eltern sind seit nunmehr 9 Tagen in der Stadt und nachdem Frau Lopez im Gegensatz zu mir arbeiten muss, habe ich ein wenig den Fremdenführer gespielt und bin mit meinen Schwiegereltern in spe in fast allen 200 Tempeln der Stadt gewesen. Ich habe noch nie so viele glatzköpfige-dicke-Männer-Statuen gesehen. Auch mein Bedarf an Drachenfiguren und Räucherstäbchen ist vorerstmal gedeckt. Trotzdem war es wirklich schön mit den beiden und mein Spanisch habe ich dadurch auch deutlich verbessert (mit Leire spreche ich ja mehr Spengleutsch).

Auf jeden Fall kann ich jetzt jedem, der mich eventuell besuchen möchte, die Stadt zeigen. Ist ja schon mal was, nachdem das mit dem Job noch auf sich warten lässt :)

So, Fotos kommen irgendwann mal, ich muss vorher aber noch rausfinden wie man die skalieren kann.

Hoffe euch gehts allen gut soweit.

Bis denn.

Mein erstes Mal

Montag, 14. Januar, 2008

Heute, 15.43 Uhr Ortszeit war es dann tatsächlich soweit. Ich saß gerade am Strassenrand mit einer Tüte frisch gewaschener Wäsche und wartete auf meinen Bus während mir der Schweiss in die Boxershorts rann. Den ganzen Tag schon fühlte sich die Stadt wie eine große türkische Sauna an und der Himmel war fast schwarz. „Dampfig“ würde das der Bayer nennen. Ordentlich dampfig indeed.

Und während ich noch darüber nachdachte, ob es in dieser Stadt überhaupt sowas wie Regen gibt (seit meiner Ankunft nicht einen Tropfen) oder ob das Grundwasser hauptsächlich aus dem Schweiss der Farangs besteht, spürte ich plötzlich etwas kalt-feuchtes auf der Haut: ein Regentropfen!

Innerhalb von einer gefühlten Sekunde stand ich unter der Dusche. Regentropfen so dick wie Kinderköppe, ich sachs euch! Sofort stand die ganze Strasse unter Wasser, alles rettete und flüchtete sich sonstwo hin und ich stand mit meinem Wäschebündel da und freute mich.

Dann kam der Bus, der Regen hörte wie auf Knopfdruck auf und ich war nicht nur der einzige Farang im Bus sondern auch der einzige, der aussah als hätte er in seiner Kleidung geduscht.

Gibt noch viel zu lernen hier :)

Was bisher geschah

Donnerstag, 10. Januar, 2008

Also, wers noch nicht weiß:

Ich habe am 21.12.2007 mein Studium abgeschlossen (ja, viele haben nicht mehr daran geglaubt – ich oftmals auch nicht - aber hat dann doch noch geklappt). Leire, meine Freundin bekam vor ca. 4 Monaten ein Jobangebot aus Bangkok und hat sich kurzerhand entschlossen eine stinkende und laute Stadt (Madrid) mit einer anderen stinkenden und lauten Stadt (Bangkok) zu tauschen. Meinereiner, der sowieso nicht wusste wohin mit all seinem Talent entschloss sich, ihr zu folgen (ok, zu einem gewissen Prozentsatz wurde das auch beschlossen :) ), und so habe ich mir noch schnell ein so genanntes Non-Immigrant-B-Visum besorgt (das würde mich – sollte ich einen Arbeitgeber finden – berechtigen in Thailand zu arbeiten) und bin am 26.12.2007 in Frankfurt abgeflogen.

Nach einer Odysee durch den Osten (10 Stunden Aufenthalt in Abu Dhabi, ein Flughafen in der Wüste der – dank Aircondition – auf ca. 15 Grad runtergekühlt wird. Ich Held hatte natürlich weder Jacke noch Pulli dabei…) schlug ich dann sehr unsanft (ich war mir eigentlich sicher, dass bei der harten Landung der Flieger entzwei brechen würde) in Bangkok auf. Ich muss verdammt scheisse ausgesehen haben, zumindest war Leire entsetzt über Augenringe, Gewicht und Frisur. Sie hatte sich bis zum 2. Januar frei genommen und entführte mich tags darauf zum therapieren nach Ko Samet, einer kleinen Insel im Golf von Thailand (ca. 6 km vor der Küste). Dort angekommen haben wir erstmal gar nichts gemacht, außer am Strand gelegen, sehr sehr viel gegessen, ab und zu mal ins 25 Grad warme Wasser zum Abkühlen gegangen und wieder am Strand gelegen. Der Klimawandel (nein, keine abschmelzenden Polarkappen, ich meine den Wechsel von eiskaltem Hagelstadt bei Minusgraden auf brütend heisses Thailand) hat mir übrigens weniger ausgemacht als ich dachte.

Beinsalat an Strand Wenn in Capri die rote Sonne… Postkarte 

Seit dem 2. Januar, also seit nunmehr 8 Tagen sind wir nun zurück in Bangkok. Leire arbeitet von 9 bis 18 Uhr und ich mach so mein Ding. Bis zum 5. Januar lag ich mit einer ordentlichen Magenverstimmung flach (Merke: Chilli Paste in Thailand ist nicht gleich Chilli Paste beim Hanoi in Regensburg), seitdem scheint sich mein Körper aber an das Essen gewöhnt zu haben.

Finanziell gesehen lebe ich hier um einiges billiger als in good old bavaria. Leire wohnt in einem superedlen Hotel (vom Chef bezahlt) und somit ist die Unterkunft schon mal für lau, Frühstück eingeschlossen. Mittag- und Abendessen kosten jeweils - sofern man nicht allzu wählerisch ist  – 30 Baht (ca. 60 Cent) . Wenn man sich auf das Abenteuer Busfahren einlässt und auf Skytrain, Metro, Taxi und Tuk Tuk weitestgehend verzichtet, spart man ebenfalls ordentlich (7 Baht = 14 Cent für eine Fahrt quer durch die Stadt). Somit lebe ich hier wie ein König mit 20 Euro Budget pro Woche.

Derzeit besteht mein Tagesablauf darin, mit Leire aufzustehen und frühstücken zu gehen. Den Vormittag  verbringe ich dann vor dem Rechner, suche nach Jobs und verschicke Bewerbungen. Mittags hole ich Frau Lopez zum Essen in der Arbeit ab. Danach gehts zum Fussball, korrigiere Futsal zocken. Ich bin der einzige Farang (=Europäer) unter ca. 15 Thais und 10 Typen aus Sri Lanka (Sri Lankaner?), wurde aber dank meines immensen Talentes ;) sehr freundlich aufgenommen (dazu möchte ich später einmal mehr schreiben, ist sauwitzig wie ich dazu kam und was da so abgeht). Nach dem Duschen schreib ich dann noch die eine oder andere E-Mail bzw. Bewerbung oder leg mich an den Hotelpool und lese den Dostojewski weiter („Der Idiot“, über 900 Seiten…da hat man was zu tun). Dann kommt Leire aus der Arbeit, man geht essen, schlafen und tags darauf beginnt das Ganze von vorn.

So, genug soweit, jetzt ist jeder im Bilde denk ich.

Bis denn

Tom

Meine Telefonnummer in Bangkok, Thailand

Mittwoch, 9. Januar, 2008

Ich hab mir jetzt doch einen Blog besorgt, der Einfachheit halber. Könnte ja sein, dass es irgendwen interessiert was dem Hoglstädara (=Thomas) so passiert und ich spar mir die E-Mail-Schreiberei. Zunächst möchte ich meine derzeitige Telefonnummer bekannt geben: +66 (0) 800869620.

Also Mama, Du siehst ich bin jetzt wieder erreichbar und noch nicht tot.

Werde dann hier in Zukunft in unrhythmischen Abständen was reinschreiben.

Übrigens: Ich bin 6 Stunden voraus, denkt daran wenn ihr mich mal anrufen wollt.

Bis denn.