Archiv für März 2008

Chang – Der Anfang vom Ende II

Freitag, 7. März, 2008

Ich habe ja gerade Besuch aus Hagelstadt. Die P…i und die B…y machen Urlaub in Thailand und waren die letzten drei Tage in Bangkok. Nachdem ich diese Woche noch nicht arbeiten musste, habe ich wieder einmal meine Reiseführer-Qualitäten unter Beweis gestellt und ihnen die Stadt gezeigt.

So, und gestern Abend war es dann soweit, die beiden wollten unbedingt in der Kao-San-Road (das ist hier die Vergnügunsmeile für Rucksacktouristen aus aller Welt) Alkohol konsumieren gehen. Leire hatte keine Zeit, also sind wir zu dritt los.

Ich hatte meine Singha-Kopfschmerzen zwar noch nicht vergessen, war aber trotzdem irgendwie in Biertrinklaune. „Dann nimmst einfach mal ein anderes Bier“, dachte ich und meine Wahl fiel auf Chang:

Chang

Ich fand das Bier zunächst sehr sympathisch, war es doch billiger als Singha. Gut, der Bierkenner wird jetzt wahrscheinlich schon die Stirn runzeln: Wenn das teuerere Singha schon einen derben Kater macht, was ist dann mit dem billigeren Chang? Oder: Wenn Thurn und Thaxis schon Kopfweh macht, was ist dann mit Schwanenpils oder Staudengold? Ja mei, ich habs mir ja auch gedacht, aber dann doch erfolgreich verdrängt.

Nach dem ersten Schluck war auch sofort klar, dass es sich hierbei nicht gerade um ein Premiumproudukt handelte. In Terms of soccer: Chang spielt defintiv nicht Championsleague. Aber egal, war eiskalt und deshalb genießbar.

So und nach geschätzten 3 bis 4 Halben gings dann nach Hause. Wie ist das Befinden des Probanden am Folgetag?

Chang ist das thailändische Wort für Elefant. Ein solcher (ach was, eine ganze Herde!) muss mir gestern nacht irgendwo zwischen Kao-San-Road, Taxi und Hotel auf den Kopf gestiegen sein, denn anders kann ich mir diese Schmerzen nicht erklären. Kein Bier der Welt kann so viel Kopfweh verursachen, nicht mal Thurn und Taxis. In Terms of soccer: Chang spielt Hammelklasse.

Tjoah, irgendwie macht das Saufen hier nur halb so viel Spaß. Man kriegt ja schon während des ersten Schlucks Angst vor dem Aufwachen am nächsten Morgen…

Hoffe euch gehts heut besser.

Was auch immer das sein soll – ich bin das.

Montag, 3. März, 2008

Hab gerade einen Anruf aus Deutschland erhalten. Mein Papa hat heute meine Magister-Urkunde erhalten.

2,6

Naja, könnte besser sein. Aber im Abi hatte ich eine 2,8. Demnach habe ich meine Durchschnittlichkeit immerhin um 0,2 im Notensystem angehoben.

Wenn man das hochrechnet, müsste ich gerade mal noch schlappe 99 Jahre weiter studieren bis ich auf eine 1,0 käme.

Aber nein, hab die Faxen dicke in Sachen Schulbank drücken.

Ich freu mich jetzt einfach mal über meine Durchschnittlichkeit. Immerhin bin ich Magister, was auch immer das sein soll…

Bis denn.

Singha – Der Anfang vom Ende

Samstag, 1. März, 2008

Singha! Das klingt schon nach Kopfweh, oder?

 Singha

Gestern abend (Freitag) sitz ich bei Heng (Fussballkollege und Sohn der Besitzer meines Stamm-Foodstands) und genieße eine ordentliche Portion Reis mit Schweine- und Entenfleisch sowie süßer Wurst (das klingt jetzt wahrscheinlich ziemlich ekelhaft, aber ist wirklich äußerst delikat). „Thomas, you are free today?“ frägt er mich weil ich alleine bin. „Yes, girlfriend in Pukhet over weekend, business.“ erkläre ich ihm mit Hand und Fuß und dem einen oder anderen englischen Wort (Unsere Unterhaltungen sind immer wahnsinnig ergiebig, weil ich kein Thai spreche und Heng Englisch nur aus den Übertragungen der Premier League kennt. Aber seltsamerweise klappts dann doch immer wieder.). „Very good“ grinste er zurück und schon war klar: Heute gibts Singha. (Man beachte bitte den kleinen Reim von klar auf Singha(r) ).

Heng ist quasi mein Kumpel der ersten Stunde hier. Er war es, den ich wegen Fussball im Januar angesprochen habe und der mich dann mal mitgenommen hat und er ist es, bei dem es das beste Essen gibt.

Also bin ich schnell ins Hotel gewetzt, hab das Backgammon eingepackt und war pünktlich um halb zehn wieder zurück. Spiel aufgebaut, Bier eingeschenkt.

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Man trinkt hier Bier übrigens in kleinen Limogläsern und MIT Eiswürfeln. Als Bayer kommt einem da natürlich das kalte Grausen, aber hey: andere Länder, andere Saufgewohnheiten. Da muss man seinen Bierstolz einfach runterschlucken und das angebotene Kaltgetränk auf Hopfenbasis mit einem Lächeln in sich hineinschütten.

Gesagt, getan und los ging es:

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So und nachdem Heng Asiate ist und kaum Alkohol verträgt und ich durch wochenlange Abstinenz ebenfalls über eine Milchleber verfüge, waren wir nach ein paar Bieren komplett besoffen. „Schön“, dachte ich mir, „wie damals mit 16. Drei Bier und voll wie 10 Russen.“

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Auf dem linken Bild seht ihr einen betrunkenen Thailänder, übrigens ein sehr netter Kerl. Auf dem rechten Bild seht ihr den Grund für seinen Zustand. Die Teekanne im Vordergrund dient zur Herstellung des Gleichgewichts (Ying=Bierflaschen, Yang=Teekanne) der Flüssigkeiten.

Tja, recht viel mehr gibt es dann eigentlich nicht mehr zu berichten. Über den Geschmack von Singha auf Eis möchte ich jetzt nicht allzuviel sagen. Tatsache ist, dass sich zwei alte Trinkerregeln wieder einmal bestätigt haben:

1. Jedes Bier ist knapp über dem Gefrierpunkt trinkbar.

2. Je mehr man reinschüttet, desto besser wirds. 

Irgendwann um halb vier in der Früh bin ich dann nach Hause. Und heute hab ich einen Schädel auf wie zu besten Studentenzeiten. Und das mit gerade mal 3, 4 Bieren!

Siiiiiiing-HA! Sag ich da nur.

Nachtrag: Was mir gerade noch einfällt: Freitag war übrigens die letzte Gelegenheit zum Alkoholkonsum in Thailand. Samstag und Sonntag ist offizielles Ausschankverbot. Warum? Weil am Sonntag Wahl ist und die Regierung verhindern will, dass die ganzen Besoffenen den Gang zur Wahlurne verschlafen.

Das ist kein Scheiß! Das ist die volle Wahrheit. Ich hab mich kringelig gelacht, als Heng mir das gestern erklärt hat. Man stelle sich das nurmal in Bayern vor. Da ist der Bierkonsum von seiten der Regierung ja sogar ausdrücklich erwünscht damit der Wähler sich brav weiterhin das Gehirn wegsäuft.

Bis denn.