Archiv für April 2008

Der Datenschutzhonk

Samstag, 19. April, 2008

Eigentlich vermeide ich es ja im Internet an Gewinnspielen teilzunehmen. Und erst recht dann, wenn es sich bei betreffenden Seiten um Werbeplattformen amerikanischer Konzerne handelt. Wer sich da einmal die Datenschutzbestimmungen durchliest („Wir behalten uns das Recht vor, ihre Daten auch nach Beendigung des Gewinnspiels weiter für unsere Konsumentenforschung zu verwenden…“) ist normal nicht so blöd, weiterzuklicken.

Nunja, ich schon. Ich bin jetzt offizielles Mitglied auf der „stylish coolen little alternative but still studying BWL and not giving a fuck about people that have no money while buying my Ikea furniture on my skateboard and taking a refreshing „aaaaaaah“-sip from my funky cold colita“- Coca-Cola-Webseite. Die verlosen da nämlich täglich zwei Tickets für die EM 2008 bei den Havarern (für Nicht-Süddeutsche: alternative Bezeichnung für Österreicher).

Ja, ich werde nichts gewinnen, ja ich bin leichtgläubig und naiv und nein ich bereue nichts. Mein Vater nimmt auch seit ich denken kann an Gewinnspielen teil, gewinnt eigentlich nie was und machts trotzdem (Ich erinnere mich da an ein Endlosgewinnspiel über mehrere Jahre bei Readers Digest, bei dem er fast jede Woche einen Brief erhielt mit der Mitteilung, dass er nun in die nächste Runde gekommen sei und doch bitte nochmal dieses Formular ausfüllen und zurückschicken möchte… am Ende gabs dann glaub ich nen ADAC-Reiseatlas oder so.) 

Darum gehts auch nicht, der Weg ist schließlich das Ziel.

Langer Rede, kurzer Sinn: Ich brauche Codes. Und zwar die, die sich auf der Unterseite der Coca-Cola-Flaschendeckel befinden. Leider weiß ich, dass gut die Hälfte meiner Freunde ein Coca-Cola-Produkt schon aus Prinzip nicht kaufen würde. Ich spreche also hiermit die andere Hälfte an:

Wer Cola kauft, bitte Code nachgucken und mir per E-Mail mitteilen. Ich geh dann auf meine funky Cola-Homepage auf der ich ein cooles „Premium-Mitglied“ bin und nehme am Gewinnspiel teil. Es gibt immer zwei Karten zu gewinnen, das bedeutet im Gewinnfall würde ich mit dem- oder derjenigen, der bzw. die betreffenden Code geschickt hat, fahren. Ihr gewinnt also nicht nur ein Ticket für die EM, nein ihr bekommt noch gratis ein Wochenende mit einem vermutlich durchwegs besoffenen Tom obendrein!

Ich wiederhole: Auch mir ist klar, dass das nix wird. Aber mein Vater hat mir da einen Optimismus mitgegeben, den ich nicht bekämpfen kann und will.

Lasst meine Registrierung bei der CIA nicht grundlos sein!

Bis denn

Leo – Ein neuer Anfang

Donnerstag, 17. April, 2008

Nach der Anfang vom Ende Teil I und Teil II hatte ich ja eigentlich schon resigniert, ja fast aufgegeben. Bis dann der Dan mir den Tipp gab doch mal das Leo zu probieren:

Gesagt, getan: Gestern war die Frau mal wieder außer Haus, somit bot sich Gelegenheit zum Bierkonsum mit Heng. Der Ablauf war ziemlich ähnlich wie bei unserem vergangenen Singha-Abend, allerdings ohne Backgammon und – dem Himmel sei Dank – ohne Eis im Glas.

Leo Bier liegt preislich auf Singha-Niveau, ist also teurer als Chang. Der erste Schluck aus der Dose (wir tranken zunächst Dosenbier, wechselten aber im Laufe des Abends auf Flaschen…da kam dann leider auch wieder Eis ins Glas, aber lassen wir das jetzt einfach mal außer Acht!) war in Ordnung. Leo wirbt ja mit „smoothem Geschmack“ und dieses Attribut kann ich mit Abstrichen bestätigen: Unaufdringlich und doch nicht fad.

Und wiedermal stellt sich die Frage: Wie ergeht es dem Probanden am Folgetag? Nun, ausgezeichnet wäre wohl übertrieben (zumal ich auch nur 6 Stunden Schlaf hinter mir habe) aber auf keinen Fall schlecht. Ein leichter Anflug von Kopfweh am Morgen verschwand sofort nach Frühstückseinwurf. Kein Auswurf, keine Übelkeit soweit.

Fazit: Kein ambrosiagleicher Hopfennektar aber solides Methadon für den Bayern im Ausland.

Bis denn

Woanders

Mittwoch, 16. April, 2008

Die Gedanken dreh´n si um
Was z´Haus wichtig war is jetzt ganz dumm

(STS: Irgendwann bleib i dann dort)

 

 

Zeit zu sagen Servus!

Freitag, 11. April, 2008

Jap, alles hat Ende nur die Wurst ist aller Anfang und hinten naus sind Gäns fett…

Meine ersten beiden selbstgeführten Kurse sind nach vier unterhaltsamen, anstrengenden und lustigen Wochen vorbei. Ob ich meinen Teilnehmern was beigebracht habe weiß ich nicht ;-) , Tatsache ist aber dass es beiden Seiten Spaß gemacht hat.

Wie es sich für anständige Asiaten gehört wurden zum Abschluß natürlich fleißig Fotos gemacht. Zwei davon möchte ich euch nicht vorenthalten.

Suchbild: Finden Sie den Blödschau-Farang!

 

Der andere Kurs fand nicht am Goethe sondern an einer Uni im Norden statt. Bis dorthin braucht man mit Taxi und Skytrain eine knappe Stunde. Soweit ausserhalb des Zentrums ist Bangkok für Farangs wie eine andere Welt. Kein einziges Schild ist lesbar, niemand versteht Englisch und es passiert nicht selten, dass man etwas seltsam von der Seite beäugt wird nach dem Motto: „Wie hat der sich bitte hierher verlaufen?“. Ich war sehr stolz auf mich, als ich am zweiten Tag in dieser für Nicht-Einheimische unwirtlichen Gegend das erste Mal einem Taxifahrer auf Thailändisch erklären konnte, dass ich zur Skytrain-Station will, dass ich Deutschlehrer bin und dass die Klimaanlage in seinem Taxi viel zu kalt ist. Das sieht dann so aus:

Savadikhap, tii sathani rotfay faa Mo Chit tit talaat Chatuchak khap?

Guten Tag, zur Skytrain Station Mo Chit beim Chatuchak Markt bitte?

Phom pen kruh pasaa german tii TGGS tää roongren phom iuu nay thanon silom khap.

Ich bin Deutschlehrer am TGGS aber mein Hotel ist in der Silom Straße.

Tinii naau mak mak!

Hier ist es scheisskalt!

Taurai khap?

Wieviel macht das?

Kopunkhap. Savadikhap.

Vielen Dank, auf Wiedersehen.

Jap, da hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass der Thai-Unterricht doch langsam Früchte trägt.  Thailändisch ist eine intonierende (sagt man das so?) Sprache. Das bedeutet jedes Wort kann auf fünf verschieden Weisen betont werden. Dadurch ergeben sich entweder Unterschiede in der Bedeutung oder man wird schlichtweg nicht verstanden. Darüber hinaus hat Thai nichts mit irgendeiner mir bereits bekannten Sprache gemein, das betrifft sowohl Vokabular als auch Grammatik. Neue Wörter lernen wird dadurch zur Tortur. Zunächst muss man sich ein völlig abstraktes Wort merken (also nicht wie zum Beispiel im Spanischen wo man sich jedes zweite Wort aus einer anderen romanischen Sprache herleiten kann), zum Beispiel „phonlamaay“ für „Früchte“. So, damit aber nicht genug. Hat man sich nun dieses bescheuerte Wort endlich in die Snypasen gehämmert, und draussen auf der Strasse freudestrahlend dem ersten Obstverkäufer „phonlamaay“ entgegenbrüllt, muss man feststellen, dass man nicht verstanden wird. Warum? Na es fehlt die Intonation. Die sieht nämlich so aus: phŏnlámáy. Also bei „phon“ einmal runter und wieder rauf mit der Stimme und bei „lamay“ noch zweimal rauf…

So ein Blödsinn, nicht wahr?

Naja, wirklich gut sprechen wird wohl nie klappen, es sei denn ich bleib hier mal kurz zwei, drei Jahre. Aber immerhin kann ich jetzt schon ein paar Sätze mit Taxifahrern und Fussballkollegen wechseln. Und das gefällt den Thais. Da sind die gleich freundlicher zu einem.

Ach ja, das Abschlußfoto zum Kurs an der TGGS-Uni (verziert von einer Teilnehmerin).

Suchbild: Suchen Sie den Dummschau-Farang!

Joah, soviel zu meinen ersten Erfahrungen als Deutschlehrer in Bangkok. Ich bin froh, dass alles so gut geklappt hat. Der Job ist echt in Ordnung, ich habe keine Probleme mit Visum oder Arbeitserlaubnis und die Kohle stimmt auch. Dank Sonkran (thailändisches Neujahr) habe ich bis zum 21. frei. Heute nacht nehmen Leire und ich den Nachtbus an die Südküste. Von dort gehts mit der Fähre weiter nach Kothao, einer kleinen aber feinen Insel auf der wir bis Dienstag in der Sonne liegen werden. Wassertemperatur: 25 bis 27 Grad. Farbe: blau bis türkis.

Läuft gut soweit.

bis denn

Meine Arbeit

Mittwoch, 2. April, 2008

So, Zeit für ein paar Neuigkeiten.

Sorry für meine längere Abwesenheit. Die hatte aber auch ihren Grund. Ich war einfach zu beschäftigt mit der Arbeit. Ja, man mag es ja kaum glauben, aber der Tom arbeitet und zwar wie ein Berserker. Nachdem ich in den ersten beiden Wochen 8 Stunden pro Tag unterrichtet habe, war es in der letzten Woche mit 4 Stunden am Tag schon ruhiger. Allerdings war ich an den Nachmittagen mit diversen Amtsgängen bezüglich Visum und Arbeitserlaubnis beschäftigt.

Nunja, wie auch immer, langsam wird es ruhiger, ich muss nicht mehr gar so viel vorbereiten und hatte sogar in den letzten Tagen abends mal wieder Zeit das runde Leder zu kicken.

Leider funzt der Bilderupload gerade nicht richtig, somit gibts vorerst nur ein paar Fotos von meiner Arbeitsstelle:

goethe-institut.jpg goethe-institut2.jpg goethe-institut3.jpg

Sieht ganz hübsch aus, oder?

Ich hätte noch tausend andere Fotos aber der Drecks-Bilderupload… Sobald das aber wieder funktioniert gibts kleine dicke Fussballer aus Sri Lanka, Wegweiser auf Klingonisch und Berge von Kurs-Gruppenfotos…

oder so ähnlich… 

Ansonsten gibt es nicht allzu viel Neues. Ich arbeite fleißig, verdiene zum ersten Mal in meinem Leben ausreichend Geld zum Leben, esse kiloweise Reis, schwitze wie ein dickbäuchiger Mann mit Bluthochdruck in der Sauna (die Temperaturen steigen derzeit von Woche zu Woche, mittlerweile gibts tagsüber so um die 35 Grad, nachts kühle 27…) und freue mich über jeden Tag.

Ja, ich muss wirklich zugeben, dass es mir sehr gut geht.

Hoffe, bei euch ist das nicht anders.

Die nächsten Tage werde ich versuchen, den Blog wieder auf Vordermann zu bringen und noch ein paar Stories zu schreiben. Sofern da von eurer Seite überhaupt noch Interesse besteht.

Grüße aus Bangcock.