Archiv für März 2009

Sauerstoffzelt

Mittwoch, 18. März, 2009

Also wir sind auf der Rinderfarm und ich kann hier nur ganz kurz ins Netz. Deshalb gibts auch nur kurz ein paar Infos:

1. Einmal um den Ayers Rock oder Uluru wie er eigentlich heisst, abends, kurz vor Sonnenuntergang. Die beste Zeit, weil da naemlich niemand da ist. Da fahren alle auf nen Parkplatz so um die 5km entfernt um Fotos vom Sonnenuntergang zu machen. Somit hatte ich das Teil fuer mich alleine.
Ergebnis: 1 Stunde und 20 Minuten fuer 9,4 Kilometer. Das ist mal nicht sonderlich gut, aber ich hatte auch zwei kleine Trinkpausen und musste auf dem letzten Kilometer ein paar Minuten langsamer laufen um nicht tot umzufallen. Auf der gesamten Strecke bin ich niemanden begegnet, hatte Wueste und Berg komplett fuer mich alleine. Die letzte halbe Stunde lief ich im Dunkeln, links die Felswand, rechts die weite Ebene. Irgendwelche Energieerfahrungen oder magische Erlebnisse hatte ich keine (aber anscheinend alle anderen Touristen. Jeder labert irgend einen Krampf von kosmischen Gefuehlen und was weiss ich fuer eine Hippiescheisse…), aber diesen Abend werde ich trotzdem nicht so schnell vergessen.

Als ich alleine war mit ihm, Uluru und ich und mein Kreislauf…

2. Wir sind jetzt auf der Rinderfarm. Dachte ich damals mit Benny in Neuseeland schon wir waeren am Arsch der Welt, so bin ich mir jetzt 100 Prozent sicher. Hier ist der Arsch der Welt. Wir arbeiten quasi in der Po-Ritze unseres Planeten, genau am Schliessmuskel. Genau in der Mitte des Stuart-Highways sind wir rechts abgebogen und auf einer 80 Kilometer langen Sandbuckelpiste (ich dachte echt, Roberta bricht ausseinander, aber die hat sich tapfer durchgeboxt, zum Teil mit Sand bis an die Oelwanne…) in Richtung Osten gefahren. Die Farm heisst Idracowra Station fuer alle die das mal auf Google Earth nachschauen wollen. Einfach mal langsam rauszoomen und nach der naechsten Ortschaft schauen. (Das waere dann Alice Springs, Fahrtzeit: 3,5 Stunden)

So, Bilder gibts, sobald ich Zeit habe, sowohl von Uluru als auch von der Farm und sonst noch was. Wird aber bissl dauern.

Hoffe euch gehts gut,

servasn.

Ab in die Wueste!

Mittwoch, 11. März, 2009

So, mittlerweile liegen so um die 2500km hinter uns. Wir sind pro Tag knapp 700km gefahren. Kaum Kurven (mit dabei war auch das laengste geradlinige Stueck Strasse der suedlichen Hemisphaere: 146,6 Kilometer geradeaus. Das war echt ein wenig seltsam.).

Wir befinden uns an der Suedkueste in Port Augusta. Roberta wurde heute morgen durchgecheckt. Alles bestens, das Endstueck vom linken Querlenker wurde erneuert und das Oel gewechselt. Ansonsten alles gut in Schuss. Heute werden wir uns den Luxus einer Dusche goennen und auf einem Campingplatz uebernachten und nicht, wie in den letzten Tagen, auf einem Parkplatz im Nirgendwo.

Nachher noch kurz die Vorraete auffuellen, dann duschen und ins Bett. Morgen gehts dann rauf in den Norden. So um die 1200km bis Ayers Rock. Geschaetzte 2 Tage. Dort bleiben wir dann knappe 2 Tage (Ich werde bei Morgengrauen dann einmal um das Teil rumjoggen und hoffentlich ueberleben, bin ziemlich ausser Form…). Dann gehts auf die Rinderfarm.

Es gruesst der Highway-Man!

Zeitmaschine

Mittwoch, 4. März, 2009

Sonnenbrand

Da brennts net, da geht die Sonn unter.

Australien ist wie Neuseeland auf Steroiden. Alles a bisserl rauher und staerker und giftiger und gefaehrlicher und heisser und trockener und windiger und so weiter…

Im Moment sind wir bei Robin Polt in Denmark. Klingt komisch, ist aber so. Robin, um die 60, hat ein wunderschoenes Haeusl mitten im Wald. Hinter ihrem Haus gehts einen kleinen Pfad rauf zu einem Felsen, genannt Monkey Rock von wo aus man das gesamte Tal samt Meer ueberblicken kann. Wenn man dort oben sitzt (immer alleine, weil nicht im Lonely Planet) und nach unten schaut und sich die zwei Haeuser und die eine Strasse wegdenkt, dann kann man sich ein bisserl vorstellen, wie das hier ausgesehen hat, lange bevor der erste Eroberer hier war. Und auch wie sich das angehoert haben mag. Ein paar Voegel im Wald, das Rauschen der Wellen und der Wind. Und sonst nix.

Wir bleiben hier noch einen Tag weil es so schoen ist und fahren dann uebermorgen nach Esperance. Dann liegen knapp 3500 km ins Outback vor uns. Am 16. heuern wir dann dort auf einer Rinderfarm fuer eine Woche an.

Langsam wirds interessant…