Bild des Tages

Donnerstag, 21. Mai, 2009 von hoglstaedara

Wir haben heute Delfine geguckt. Und eine der Delfintrainerinnen hat zwischendurch einen maennlichen Delfin „gemolken“! Leire war blitzschnell mit der Kamera und hat diesen denkwuerdigen Moment festgehalten. Jetzt koennen wir alle daran teilhaben. Gut zu erkennen ist meiner Meinung nach, dass Delfine Saeugetiere sind. Einem Fisch wuerde ich so ein Geraet nie zutrauen…

Willkommen in der wunderbaren Welt der Tiere, wo dicke Frauen in engen Badeanzuegen Delfinsperma extrahieren. Ich glaube ich bin leicht traumatisiert…

Let's get it on

Ihr seid die Besten!

Montag, 18. Mai, 2009 von hoglstaedara

Wie schon im letzten Jahr an dieser Stelle, moechte ich mich auch dieses Mal bei euch bedanken.

Wenn man so lange von Zuhause weg ist, dann beginnt man langsam sich Gedanken zu machen: Bin ich schon zu lange weg? Kennt man mich noch (bei meinem derzeitigen Gewicht muss ich mich wohl auch fragen ob man mich ERkennt…)? Denkt daheim noch wer an mich? Halten die mich schon alle fuer verrueckt?

Umso wichtiger nimmt man dann auch jede noch so kleine Nachricht von Daheim. Von meiner lieben Familie, meinen Freunden aus Hagelstadt, aus Regensburg, Hof, San Cristobal, Passau, Schierling, Hannover etc. Sei es ein Kommentar hier auf dem Blog oder eine kleine Email, ein kurzer Chat im Skype, ein schoener Gruss, der mich ueber 10 Ecken erreicht, Geburtstagsgratulationierungen… das alles freut mich wahnsinnig und ihr seid die Besten! Danke. Ich hab euch lieb.

So, genug der Sentimentalitaeten, lasst uns zum Tagesgeschaeft uebergehen:

Florida, genauer gesagt Key West ist der suedlichste Zipfel der USA. Eine kleine Insel im Golf von Mexiko (Wer den Film True Lies kennt: Das ist da, wo die poesen Terroristen sind). Das Wetter hier ist aehnlich wie in Thailand. Heiss und dampfig und wenn es regnet, dann gewaltig. Das Wasser ist so tuerkis wie aus der Tui-Werbung. Was mich ein bissl stoert ist, dass das Meer so ruhig ist. Wie in der Badewanne. Ein bisserl oede. Aber hey, ich kann mich wirklich nicht beklagen. Wir wohnen bei der ehemaligen Gastfamilie (oder dem, was davon uebrig ist) von Leire. Ich fuehle mich hier sehr wohl, denn wirklich jeder hier ist ein entspannter Zeitgenosse. Alles laeuft ruhig und gemaechlich ab, was bei den Temperaturen auch mehr als ratsam ist. 

Key West hat viele Gesichter: Touristen, Urlauber, Snobs, Penner, Bluesbands, Billard, Drogensuechtige, Bikinis, dicke Zigarren, Hippies, Verrueckte (davon jede Menge), weiss getuenchte Holzhaueser mit Veranda, Palmen, weisser Sand, Kreuzfahrtschiffe, Betrunkene, Ventilatoren, Eiswuerfel, der Geruch von Sonnencreme und Meer, Wohnwagen, verranzte Boote und moderne Jachten, frischer Fisch, Kaugummi, Fahrraeder, Lebemenschen und viele, die irgendwann mal kamen und aus irgendeinem Grund blieben. Hemmingway hat hier viele Jahre gelebt und ich bin mit dem Rad schon ein paar Mal an seinem Haus vorbeigefahren. Ich werde jedoch nicht reingehen, das kostet naemlich. Aber der Ernest hat es sich schon gutgehen lassen, soweit ich das von aussen beurteilen kann… 

Frau Lopez und ich ueberlegen im Moment wie wir am kostenguenstigsten nach Mexiko kommen. Wir haben im Hafen einen Zettel ans schwarze Brett geheftet, ob irgendein Boot, dass in die Richtung faehrt, vielleicht noch zwei unerfahrene Crewmitglieder sucht. Sehr sehr sehr sehr selten, soll das wohl schon funktioniert haben. Aber da muessten wir schon mehr Glueck als Hirn haben, um da jemanden in den naechsten Tagen zu finden. Letztendlich werden wir dann doch fliegen. Auch schoen. Eventuell gehts vorher noch rauf nach Atlanta. Aber das muss man sehen. Zunaechst gilt es noch ein wenig Urlaub zu machen denn es ist wirklich sehr schoen hier…

Hoffe wie immer, dass es euch gut geht.

Sers!

PS: Noch ein paar Fotos aus San Francisco (Key West gibts in den naechsten Tagen):

If you’re goin’ to San Francisco…

Montag, 11. Mai, 2009 von hoglstaedara

make sure you have some money in your pants…

Irgendwer hat mir mal gesagt, dass „Frisco“ eine alte Hippie-Stadt sei. Die meisten Hippies in Deutschland haben heute Kohle ohne Ende, leben in grossen Staedten in schicken Altbauwohnungen, kaufen ihr Essen im Bioladen (der das Zeug tonnenweise aus China importiert) und fahren mit dem Fahrrad in die Arbeit. Kurz gesagt: Weg mit dem Batikshirt, her mit dem Iphone. So aehnlich muss man sich das hier in San Francisco vorstellen. Alles hat furchtbar viel Stil und der Toyota Prius Hybrid praegt das Stadtbild. Leire meint, dass ich wieder einmal viel zu negativ bin. Und damit hat sie eigentlich auch recht. Denn im Grunde ist San Francisco eine sehr schoene Stadt. Und wer haette nicht gern genug Geld, eine schoene Altstadtwohnung, den neuesten Flatscreen nebst Laptop und Iphone und wer wuerde nicht gerne das Wochenende auf seinem Segelboot, im Mustang-Cabrio oder auf dem Rad in den Bergen verbringen?

Uebrigens, wir sind mit unserem Mietauto ueber die Golden Gate Bridge gefahren. Ich habe verzweifelt im Radio nach einem passenden Song gesucht. Aber es gab nur Lady Gaga…

Morgen oder uebermorgen gehts nach Key West, Florida. Und dann bald nach Mexiko, denn lang glangts Geld nimmer…

Bis denn

Tom

Nachtrag zum Thema Fastfood: Die liebe Frau Lopez bucht gerade im Internet unseren Flug nach Miami am Dienstag. Da kann man unter anderem angeben, was man denn gerne an Bord essen moechte. Nach einem schwer deutbaren Blick in meine Richtung hat sie „cholesterinarm“ fuer mich angeklickt. Ich blick jetzt dauernd an mir runter und ueberleg warum…

U..S…A!!! U…S…A!!!

Donnerstag, 7. Mai, 2009 von hoglstaedara

Ich koennte jetzt kiloweise Infos ueber unseren bisherigen USA-Aufenthalt hier reinstellen aber das langweilt euch nur. Deshalb gibts wiedereinmal die beliebte Rubrik „Turbonews“:

  1. MERKE: Wenn du nach USA-Land fliegen oder schiffen willst brauchst du ein Flugticket, das zeigt, dass du innerhalb von 3 Monaten das Land verlaesst. Sagt China Airways und deshalb fliegen wir jetzt offiziell in einem Monat von New York nach Dublin. NICHT! Denn Flugtickets kann man stornieren…
  2. In Los Angeles gibt es ein Backpackers in Inglewood. Das ist sehr billig und wir waren dort auch 3 Tage. Nur abends sollte man dort nicht vor die Tuer gehen. Leire und ich wussten das nicht, aber die Gangster an der Strassenecke machten uns das relativ schnell deutlich.
  3. Auch das U-Bahn-Netz sollte man abends nicht unbedingt benutzen. Will man naemlich von Hollywood mit der Metro nach Inglewood zum Backpackers, passiert man eine Haltestelle namens „Compton“. Wer Dr. Dre oder N.W.A. kennt,weiss wovon ich spreche.
  4. Dank couchsurfing.com waren wir 5 Tage in Long Beach (jap, da tut Sublime herkommen!) und bekamen das volle Partyprogramm von den Leuten die dort wohnen um die Ohren. Viel Bier und wenig Schlaf.
  5. Dank Punkt 4 bin ich jetzt nicht mehr so ganz gruen hinter den Ohren was den Nationalsport der Amerikaner anbelangt: BEERPONG!!! LETS DO IT!
  6. Bzgl Punkt 4 und 5 ein MERKE: Wenn Du Beerpong spielen willst, dann komm nuechtern, ausgeschlafen und mit etwas im Magen zum Spiel. Und denk immer daran: BEERPONG IS NOT A GAME!
  7. Las Vegas ist scheisslangweilig ohne Geld. Wir haben 4 Dollar verspielt.
  8. Der westliche Teil des Grand Canyon (dort gibts den beruehmten „Skywalk“) liegt auf Indianergebiet. Und die wollen gerade mal 40 Euro pro Person, damit man einmal runtergucken darf. Somit haben Leire und ich das Ganze nur aus der Ferne gesehen. Trotzdem ausreichend beeindruckend.
  9. Landschaftlich am beeindruckendsten war bislang Death Valley, mal sehen was Yosemite morgen zu bieten hat.
  10. Supersize die Lopez und den Neubauer: Wer billig essen will, der isst hier Fast Food oder im Diners. Dementsprechend aufgeblaeht sind Leire und ich mittlerweile. Manchmal traeume ich nachts, dass mir ein Kuerbis aus dem Bauch waechst. Wenn ich dann schweissgebadet und schreiend aufwache stelle ich entsetzt fest, dass das zumindest vom Umfang her durchaus stimmt.
  11. Auch wenn wir uns wie Schweine maesten, wir haben die Schweinepest noch nicht.
  12. Unsere Route fuer die USA in Kurzform: Los Angeles (3 Tage, Hollywood, Venice Beach) – Long Beach (5 Tage) – mit dem Mietauto nach Las Vegas (3 Tage mit Kurztrip zum Grand Canyon) – Ueber Death Valley und Yosemite (da sind wir gerade waehrend ich das hier schreibe) nach San Francisco (dort koennen wir bei den Eltern von den Beerpong-Leuten aus Long Beach wohnen, ca. 3 Tage) – mit dem Billigflieger nach Fort Lauderdale (Florida) – von dort mit dem Bus runter nach Key West (da wohnt die ehemalige „Austauschjahr-Mama“ von Leire, hoffentlich 10 Tage oder laenger) – rauf nach Atlanta – eventuell nach New York – …MEXIKO???…
  13. Siehe Ende Punkt 12: Die Schweinepest will uns Mexiko versauen… mal sehen wie sich das entwickelt.
  14. Ich geh jetzt ins Bett.

Hoffe euch gehts allen gut.

Bis denn

Servus – Machs guat II und Bedbugs

Freitag, 24. April, 2009 von hoglstaedara

Servus Australien, servus Roberta.

Morgen wechseln wir den Kontinent. Von Australien, dem Land der Kaenguruhs, Koalas und Elchpisse (oder „Bier“) in die USA, dem Mutterland der Unterhaltung und des Whoppers.

Zum Abschied hat mir Australien noch so genannte Bedbugs geschenkt. Das sind kleine schwarze blutsaugende Insekten die in alten, ungepflegten Matratzen hausen (Wir wohnen seit einer Woche in einem ziemlich dreckigen Backpackers).

Nachtaktiv. Das bedeutet, sie warten bis du schlaefst, kriechen dann aus ihrem Versteck und laben sich an dir. Ich dachte erst ich krieg die Masern, aber jetzt ist mir klar was diese roten Hautiritationen, mit denen mein Koerper ubersaet ist, sind: Insektenbisse. Juckt wie Windpocken und sieht aus wie derber Hautausschlag.

Eigentlich wollten Leire und ich heute nochmal ein wenig rausgehen. Wir werden den Abend aber wohl damit verbringen unsere gesamte Waesche, Rucksaecke, Schuhe und alles andere zu waschen. Welch Freude.

Und morgen fliegen wir nach Los Angeles. Mal sehen ob die mich dort ueberhaupt aus dem Flughafen lassen oder erstmal 3 Wochen in Quarantaene stecken…

Bis denn

Update: Wir wurden in ein anderes Zimmer umquartiert. Das Bett war auch verwanzt. Die Rezeption ist geschlossen. Somit verbringen wir die Nacht vorm Fernseher auf den Sofas. Eine wahrlich beschissene Nacht. Im Fernsehen gibts Lacrosse. Ein wahrlich beschissener Sport.

Servus – machs guat…

Donnerstag, 23. April, 2009 von hoglstaedara

Abschied

Servus – machs guat
wanns a ganz schee weh tuat.
Servus – machs guat
und valier net den Muat.
Servus – machs guat
und valier net den Muat. (Nicki 1983)

Sydney

Samstag, 18. April, 2009 von hoglstaedara

- Roberta hat noch keinen neuen Besitzer, aber die Stadt haengt mittlerweile voll mit ihrem Konterfei.

- Die Oper von Sydney ist GEKACHELT! Kein Scheiss! Das gesamte Dach ist GEKACHELT! Der Fliesenleger moechte man sein…

- In Sydney darf man nicht abbiegen. NIE! VERBOTEN!

- Heute habe ich einen Penner ueber die Strasse laufen sehen, der sich komplett in die Hose geschissen hatte, das aber scheinbar nicht merkte. Oder es war ihm egal.

- Am Bondi Beach habe ich danach eine Frau gesehen, die in sehr knappen Shorts und Walkmen die Strandpromenade auf- und ablief. Eigentlich nicht schlimm. Allerdings schrie die die ganze Zeit irgendwelche wirren Anfeuerungsrufe und wenn andere Spaziergaenger grinsen musste, drehte sie sich nach ihnen um und deutete maennliche Masturbationsbewegungen an. WEIRD!

- Biertrinken ist hier sehr kompliziert. Also, Bier gibt es nur in so genannten bottle shops. Nicht im Supermarkt, nicht an der Tanke, nicht im Kino, nicht in der Doenerbude. NUR im bottle shop und in „lizenzierten“ Kneipen. Auf der Strasse darf man kein Bier trinken. VERBOTEN!! Es sei denn, die Flasche steckt in einer braunen Papiertuete. Allerdings ist das dann auch nur so halb legal. Denn eigentlich ist die Papiertuete nur dazu da, um das kostbare Getraenk schnellstmoeglich vom bottle shop in die Wohnung zu tragen ohne dass Passanten die Flasche sehen koennen, um dort dann bei geschlossenen Gardinen im schimmernden Licht einer Kerze unter vorgehaltener Hand und mit geschlossenen Augen heimlich in einem lichtdichten Schrank im Keller das Gekaufte zu trinken.
Gestern habe ich dann noch etwas dazu gelernt: Was, wenn ein bottle shop ZUGLEICH „lizenzierte“ Kneipe ist und man sich dort eine Flasche mit Papiertuetenummantelung kauft, damit kurz auf die Strasse geht und danach mitselbiger wieder in die Kneipe zurueckkommt? Na? Nun, mit dem Erwerb der Flasche in Papiertuete verliert der Kaeufer gleichzeitig das Recht, das Getraenk IN der Kneipe zu konsumieren und MUSS draussen weitertrinken. Im Gegensatz dazu: Wuerde der Kaeufer eine Glas Bier kaufen, KOENNTE er dieses rein theoretisch auf der Strasse trinken, WENN er es in eine braune Papiertuete steckt und der Barkeeper mit dem Vorgang einverstanden ist. HOECHSTKOMPLIZIERT Alles. Da braeuchte man fast einen Biertrinkschein. Mit 40 Trinkstunden unter Aufsicht eines Trinklehrers, Nachttrinken, Theorietrinken, schriftlichem und praktischem Pruefungstrinken mit staatlich lizenzierten Trinkpruefern, verschiedenen Trinkklassen, dem Eurotrinkschein, Trinkpunkten in Flensburg, Trinklimits in geschlossenen Ortschaften usw…

Bis denn

Beweismaterial

Montag, 6. April, 2009 von hoglstaedara

 

Gefunden an einer Pubwand in Curtis Springs, kurz vor Ayers Rock:

Life should NOT be a journey to the grave with the intention of arriving safely in an attractive and well preserved body – but rather to skid in sideways, champagne in one hand, strawberries in the other, body thoroughly used up, totally worn out and screaming: „WOOHOO!! WHAT A RIDE!“

 

Bis denn!

Rinderwahnsinn

Montag, 6. April, 2009 von hoglstaedara

So, endlich wieder Internet und das laenger als fuenf Minuten. Zeit fuer ein paar Neuigkeiten: Der FC Bayern spielt beschissen und der Magath grinst sich eins. Der Brawn auch und der Hamilton nicht. Und “Abwrackpraemie“ ist das neue „suboptimal“.

Ja liebe Leserinnen und Leser, wir sind zurueck aus der Wueste, genauer gesagt in Melbourne. Der Eintrag heute wird wohl etwas laenger, somit sollten alle (mich eingeschlossen) Internet- und Playstationsuechtigen mit Konzentrationsproblemen an dieser Stelle das Lesen einstellen und sich die Fotos oben anschauen.

Fuer alle anderen folgt nun die Zusammenfassung der letzten Wochen:

1. Die Rinderfarm

- „Nice Farm!“ – „This is not a farm, this is a fucking cattle STATION! We’re runnin’ a stock of a bloody 6500 cattle here, mate! We’re talkin’ bloody 4657 square kilometres, mate, alright?“

- Ok, wir waren also 12 Tage auf einer Rinder STATION in Northern Territory in der Arschritze der Welt. Wie schon beschrieben, 80 Kilometer Sandbuckelpiste bis zum Farmhaus, 350 bis zur naechsten Ortschaft. Welcome to Marlboro Country. Nunja, das trifft nicht ganz zu. Denn in Marlboro Country ist die Landschaft abwechslungsreicher. Aber geraucht wird auf der STATION mindestens genau so viel. Und alle tragen Cowboy-Huete, ausser mir. Und anstatt Pferde faehrt man Quads oder Toyota Landcruisers. Der Boden besteht zu 80 Prozent aus rotem Sand, der Rest aus trockenem Lehm. Trotzdem waechst hier ein wenig Gras und Gebuesch, genug um hier Rinder zu halten.

- Leire und ich kamen zur wichtigsten Zeit des Jahres fuer die Betreiber der Farm (einer jungen Familie bestehend aus Eltern (28 und 30) und zwei Toechtern (1,5 und 3)), dem sogenannten“ Mustering“. Das gesamte Areal der STATION ist in gerade mal 6 Teile unterteilt, auf denen jeweils so um die 1000 Rinder frei herumlaufen und sich vermehren. Diese gilt es einmal im Jahr zusammenzutreiben um sie zu sondieren, zu sortieren, Teile zu verkaufen oder einfach nur die Cojones (Rinderhoden) abzuschneiden. Denn zuviel Rindersex scheint schlecht fuers Geschaeft zu sein.

- Ok, wie treibt man nun 1000 Rinder auf einer Flaeche so gross wie der halbe Landkreis Regensburg zusammen? Also man benotetigt zunaechst drei Cowboys, ein Cowgirl, einen Piloten, einen bayerischen Touristen, 3 Quads, zwei alte Toyota Landcruiser, ein kleines Flugzeug und Funkgeraete. Der Pilot steigt ins Flugzeug, der Rest steigt auf oder in die Fahrzeuge und faehrt langsam los.

- Ja so war das. 6 Uhr morgens mitten in der Wueste: „Thomas, du faehrst den Landcruiser hier, wenn du Rinder siehst, treib sie zusammen. Mach einfach was wir machen. Schon ja nicht das Auto, das ist keine Sonntagsfahrt, das ist Mustering.“ Und los gings. Ich fuhr am Ende der Kolonne, ganz langsam und ruhig zunaechst. Ploetzlich der Funkspruch aus der Luft vom Piloten: „Rinder, 2 Kilometer suedlich von euch!“ Und vorbei wars mit der Ruhe. Ploetzlich gab jeder Vollgas und wir hackten Richtung Rinder suedwaerts. Ueber Stock und Stein, dass es nur so krachte. Ich hab mir mehrmals den Kopf am Wagendach angeschlagen waehrend der Fahrt. Das war ein Mordsspass. Ich hatte diesen Morgen nur Grinsen im Gesicht! Andere Leute wuerden viel Geld bezahlen um das mal machen zu duerfen. Gelaendefahren ohne auf das Auto achten zu muessen und dann noch damit Rinder jagen…

- 3 Tage spaeter hatten wir die Rinder dann zusammen. Ab da gings dann daran diese zu sortieren. Das war weitaus gefaehrlicher weil man lediglich davonlaufen konnte wenn ein Bulle mal schlechte Laune hatte. Mit dem Auto habe ich die einfach angeschubst und dann war meist klar wer der Staerkere ist. Aber zu Fuss laeuft das anders: Da heissts dann Beine in die Hand nehmen und ab ueber den Zaun!

- Zusammenfassung: Die bisher schoensten Tage in Australien (Leire sieht das anders. Die Arme musste sich naemlich um die nervigen Kinder der Familie kuemmern und das Mittagessen kochen…).  Und sollte ich mal Kinder haben und die mich fragen was ich denn so gemacht habe in Australien, dann werde ich ihnen wahrscheinlich nur von der STATION erzaehlen. Von Bullen, gross wie Haueser, die mir Aug in Aug gegenueberstanden, von harten Maennern die harte Maennerarbeit erledigten und von Sonnenuntergaengen, denen ich mit meinem alten Landcruiser entgegenfuhr…  

2. Aktuelles

Seit gestern sind wir nun in Melbourne bei Verwandten von Leire. Teresa und Elisabeth, Mutter (65) und Tochter (40). Wir werden hier geradezu erdrueckt von Gastfreundschaft. Die Familia ist halt nunmal das Wichtigste. Die beiden leben seit mehr als 30 Jahren in Australien und wir sind die ersten „Verwandten“, die sie hier besuchen. Dementsprechend gross ist die Freude. Gestern waren wir alle zusammen in einem Freiluftzoo ausserhalb der Stadt. Und dort habe ich dann endlich einen Wombat gesehen und musste wieder lachen. Wie bei den Kaenguruhs oder diesen Igeltieren (mir faellt der Name gerade nicht ein). Australien hat die lustigsten Tiere der Welt.

3. Abschluss

Puh, das wars. Wer mir bis hier gefolgt und nicht eingeschlafen ist darf sich auf einer Liste eintragen und bekommt einen Buchpreis. Alle anderen erhalten in den naechsten Tagen einen Quellekatalog per Post.

Schliessen moechte ich diesen Eintrag mit einem Zitat von Nathan, einem 19-jaehrigen Cowboy-Lehrjungen und Vorzeigehillbilly mit dem ich in den letzten Tagen zusammenarbeiten durfte (Foto Galerie oben rechts):

„Burnouts and Fights, that is all I love.“

 Es folgen die Fotos.

Hoffe euch gehts gut.

Tom

RIP Bulldog-O..

Sauerstoffzelt

Mittwoch, 18. März, 2009 von hoglstaedara

Also wir sind auf der Rinderfarm und ich kann hier nur ganz kurz ins Netz. Deshalb gibts auch nur kurz ein paar Infos:

1. Einmal um den Ayers Rock oder Uluru wie er eigentlich heisst, abends, kurz vor Sonnenuntergang. Die beste Zeit, weil da naemlich niemand da ist. Da fahren alle auf nen Parkplatz so um die 5km entfernt um Fotos vom Sonnenuntergang zu machen. Somit hatte ich das Teil fuer mich alleine.
Ergebnis: 1 Stunde und 20 Minuten fuer 9,4 Kilometer. Das ist mal nicht sonderlich gut, aber ich hatte auch zwei kleine Trinkpausen und musste auf dem letzten Kilometer ein paar Minuten langsamer laufen um nicht tot umzufallen. Auf der gesamten Strecke bin ich niemanden begegnet, hatte Wueste und Berg komplett fuer mich alleine. Die letzte halbe Stunde lief ich im Dunkeln, links die Felswand, rechts die weite Ebene. Irgendwelche Energieerfahrungen oder magische Erlebnisse hatte ich keine (aber anscheinend alle anderen Touristen. Jeder labert irgend einen Krampf von kosmischen Gefuehlen und was weiss ich fuer eine Hippiescheisse…), aber diesen Abend werde ich trotzdem nicht so schnell vergessen.

Als ich alleine war mit ihm, Uluru und ich und mein Kreislauf…

2. Wir sind jetzt auf der Rinderfarm. Dachte ich damals mit Benny in Neuseeland schon wir waeren am Arsch der Welt, so bin ich mir jetzt 100 Prozent sicher. Hier ist der Arsch der Welt. Wir arbeiten quasi in der Po-Ritze unseres Planeten, genau am Schliessmuskel. Genau in der Mitte des Stuart-Highways sind wir rechts abgebogen und auf einer 80 Kilometer langen Sandbuckelpiste (ich dachte echt, Roberta bricht ausseinander, aber die hat sich tapfer durchgeboxt, zum Teil mit Sand bis an die Oelwanne…) in Richtung Osten gefahren. Die Farm heisst Idracowra Station fuer alle die das mal auf Google Earth nachschauen wollen. Einfach mal langsam rauszoomen und nach der naechsten Ortschaft schauen. (Das waere dann Alice Springs, Fahrtzeit: 3,5 Stunden)

So, Bilder gibts, sobald ich Zeit habe, sowohl von Uluru als auch von der Farm und sonst noch was. Wird aber bissl dauern.

Hoffe euch gehts gut,

servasn.